Du kannst nicht alles tun, was die Welt braucht, aber die Welt braucht all das Gute, was Du tust. Ich sprech' mir aus der Seele. Punkt.

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Freitag, 21. Januar 2011

Der Gorilla und ein überfliessendes Herz


"Kinder werden voller Mitgefühl geboren, mit jedem Stück Fleisch von einem Freund, wird es vermindert.
Dein Kind vertraut sich Dir an, wann willst Du ihm erzählen, was es da isst? Und vor allem, mit welcher Methode und "Artgerechter Haltung" es auf seinen Teller kam.
Wieviele Zeichen brauchst Du noch, dass dieser respektlose und grausame Massentierhaltungsfleischfresswahn unter keinem guten Stern steht?" 



Münchner Zoo am Gorilla Gehege.

Das stattliche Familienoberhaupt sitzt in einer Ecke, circa 3 Meter vom Glas entfernt. Die Scheiben sind ein wenig verschmiert und schmutzig, ich lege eine Hand auf das Glas und rücke mit meiner Nase etwas näher heran um besser sehen zu können. 


Das große Gorillamännchen mit dem Silber schimmernden Rücken setzt sich in Bewegung und kommt auf mich zu.
Er setzt sich lässig und ruhig direkt vor mich hin. Ich fühle mich ein bisschen geehrt, denn schließlich stehen viele andere Menschen vor dem Sicherheitsglas, aber ich bin seine Auserwählte. 
Ich habe einmal gelesen, man dürfte nicht direkt in die Augen eines Gorillas sehen, dass würde ihn aggressiv machen und das will ich natürlich nicht. Also schaue ich woanders hin, auf sein schwarzes dichtes glänzendes Fell, seine dunkle Nase mit diesen riesigen Nasenlöchern, und seine Ohren. 
Ich bin fasziniert von diesen Tieren, was für kraftvolle, entschlossene, besondere Wesen.

Er sitzt einfach nur da und eine feine Energie umgibt ihn. 
Ich empfinde ihn als sanft und gutmütig, ich habe überhaupt keine Angst, selbst die dicke Glasscheibe verhindert nicht die intensive Art der Berührung die hier gerade stattfindet.
Etwas merkwürdiges nimmt seinen Lauf, er betrachtet meine Hand, die immer noch auf der Scheibe liegt, und legt seine große Hand exakt auf die meine...ein magischer Moment, er kommt ganz nah an mein Gesicht und sieht mich an. 


Ich hebe meinen Kopf und mein Blick fällt in den seinen. Ich bin von seiner wilden Sanftheit zutiefst berührt. 
Lange schauen wir uns in die Augen und ich fühle in mir wie müde er ist, in seiner Welt der Gefangenschaft, immerzu von tausenden Blicken angegafft, tagein tagaus, ein künstliches Leben und so ohne Sinn, hoffnungslos, total unterschätzt.
Meine Augenlider schubsen die urtief herausströmende Traurigkeit mit jedem Wimpernschlag meine Wangen hinab. 
Ich kann ihn nicht nur sehen, auch fühlen. Das ist die Gabe des Moments, der mir in diesem Fall wie eine Qual erscheint.
Eine Quelle sprudelt aus meiner Mitte, ich weine um ihn und um uns Menschen, die sich über alles Leben erhaben fühlen, es bezwingen, im dem Namen es zu erhalten und die Natur immer weiter zerstören und sich dabei noch menschlich nennen.
Möge doch der Verstand der Menschen endlich versiegen und ihnen das Herz überfliessen, so wie mir in diesem Augenblick. 
Bex.



Bex@ Animal Friends
http://www.youtube.com/watch?v=zspBNpGNq_U


http://www.youtube.com/watch?v=ihUGT7MdDB4&feature=related 





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